Tricks und Routinen im Gedächtnis behalten
Hallo. Ich bin jetzt seit ein paar Monaten dabei (frisch im Ruhestand) und übe mich an verschiedenen Kunststücken, Sleights und Routinen, die ich regelmäßig auf YouTube entdecke, wo ich einigen Zauberkünstlern folge. Ich investiere tatsächlich täglich mehrere Stunden. Sobald ich einen Effekt samt der dazugehörigen Technik beherrsche (oder zumindest glaube, ihn zu beherrschen, weil er flüssig läuft), sehe ich schon das nächste Video, das mir gefällt, und fange direkt damit an – und so geht es immer weiter. Ich versuche zwar, alles Gelernte regelmäßig zu wiederholen, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem ich zwar weiß, dass ich es konnte, aber die Reihenfolge der Schritte durcheinanderbringe, sie mit anderen Effekten vermische oder die Vorbereitung (falls nötig) vergesse. Ist es sehr wahrscheinlich, dass ich mir zu viel auf einmal vornehme? Sollte ich immer weiter wiederholen, auch wenn ich denke, dass ich es schon draufhabe? Was kann ich tun, um mir die Abläufe besser zu merken? Entschuldigt die lange Nachricht, ich hoffe auf euren weisen Rat. Danke!
Hi, Kollege. Was du durchmachst, ist völlig normal. Du bist gerade in der Phase des 'Aufsaugens', und da ist man schnell mal überfordert. Hier ist ein Tipp, der mir extrem geholfen hat, diese Blockade zu lösen: Automatisiere deine Abläufe, um nicht mehr so viel auswendig lernen zu müssen.
Anstatt jeden Trick als eine separate Liste von Schritten zu betrachten, versuch mal Folgendes:
Standardisiere deine Techniken: Such dir eine Forciermethode aus (zum Beispiel immer dieselbe) und nutze sie in verschiedenen Tricks. Wenn du immer dieselbe Karte forcierst oder denselben Griff benutzt, erledigt dein Gehirn das ganz automatisch über das Muskelgedächtnis und du musst dich nicht mehr anstrengen, an das 'Wie' zu denken.
Schaffe visuelle 'Trigger': Verknüpfe bestimmte Karten mit konkreten Effekten. Wenn du ein Ass siehst, schaltet dein Gehirn automatisch auf den Effekt um, den du mit den Assen machst. So musst du dir nicht die komplette Routine merken, sondern die Karte selbst zeigt dir, wie es weitergeht.
Priorisiere Sicherheit vor Quantität: Es ist besser, 3 Routinen im Schlaf zu beherrschen, als 20 im Repertoire zu haben, bei denen du beim Vorführen unsicher wirst.
Die Idee dahinter ist, dass dein Gehirn auf Autopilot läuft, damit du dich voll und ganz darauf konzentrieren kannst, Spaß zu haben und eine echte Verbindung zu deinem Publikum aufzubauen. Kopf hoch, die Zauberkunst ist ein Marathon, kein Sprint!
Hi Kollege. Mein Tipp wäre, sie dir in einem Notizbuch aufzuschreiben oder dich selbst beim Vorführen zu filmen, damit du nicht vergisst, wie es geht.
Hi, also ich habe erst vor etwa drei Monaten angefangen. Meine bescheidene Meinung: Verzettele dich nicht mit zu vielen neuen Tricks. Schnapp dir lieber vier oder fünf, die dir richtig gut gefallen, und übe sie so lange, bis du gar nicht mehr über den Reset oder das Setup nachdenken musst. Du wirst ganz von selbst fingerfertiger und sicherer – zumindest funktioniert das bei mir super.
Danke für deine Antwort.
Mach ich auch, aber da mein Publikum die eigene Familie ist, wiederhole ich ungern Tricks vor ihnen und stürze mich deshalb lieber direkt auf den nächsten. Immerhin... gelingt es mir fast immer, sie zu verblüffen, selbst einen meiner Schwiegersöhne, der immer versucht, mich zu erwischen, hahahaha