KARTENPRESSE AUS ACRYLGLAS. Pflege und Rettung von Kartenspielen – Do It Yourself
Als Erstes: Da diese Art von Bastelarbeit den Einsatz von Werkzeugen erfordert, empfehle ich DRINGEND, dass Minderjährige die Aufsicht und Hilfe eines Erwachsenen in Anspruch nehmen, wenn sie dieses Projekt nachbauen möchten.
Kurze Zusammenfassung:
Das war eines der (vielen) Projekte, die ich schon länger auf meiner To-Do-Liste hatte.
Neulich hat mir einer meiner Zauberkollegen ein paar alte Decks vorbeigebracht, um das Zinkstearat daran zu testen. Und ehrlich gesagt haben die Decks dadurch ein unglaubliches zweites Leben bekommen – sogar ein Großteil des Schmutzes an den Rändern ging ab.
In dem Moment meinte mein Kumpel: „Boah, jetzt noch eine Kartenpresse für die Dinger, und sie wären fast wie neu...“
Kaum war er aus dem Haus, fing mein Kopf schon an, das Tick-Tack von MACH ES JETZT zu hören.
😁
Benötigtes Material:
Acrylglasplatten (Plexiglas);
Maße: Breite: 120 mm x Länge: 150 mm x Stärke: 5 mm
Preis (inklusive Versandkosten): 24,07 € / 10 = 2,407 € pro Platte.
In meinem Fall habe ich 10 Platten gekauft, da die Versandkosten dieselben blieben und die Platten umso günstiger wurden, je mehr man bestellte.
Wert für 2 Platten = 4,814 €, aufgerundet 5 €
5-mm-Schrauben (0,90 €), 5-mm-Flügelmuttern (0,85 €), Federn (0,80 €) und Unterlegscheiben (0,40 €), ca. 2,95 €
Gesamtkosten für das Material (5 € + 2,95 €) ca. 7,95 € + Arbeitsaufwand.
Benötigtes Werkzeug:
Akkubohrer.
Scharfer, polierter Spiralbohrer (ein Metallbohrer eignet sich hervorragend)
Unterlage zum Bohren (ein Küchenschneidebrett eignet sich perfekt)
Schraubzwinge oder Klemmzwingen, um die Platten beim Bohren zu sichern.
Spitzzange (um die Muttern gut festzuziehen)
Sobald wir ALLE Materialien zusammen haben, sind die nächsten Schritte denkbar einfach.
Als Erstes erstellen wir eine Schablone.
Etwas in dieser Art.
Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht erklären muss, wie man eine Schablone macht, oder? 😅
Für alle Fälle... Schritt für Schritt sieht das so aus:
Zuerst zeichnen wir die Größe der Acrylglasplatte auf. Dann zentrieren wir ein Kartenspiel darauf, zeichnen es nach, und auf dem verbleibenden äußeren Rand markieren wir die Stellen für die Löcher.
Als Nächstes fixieren wir die Acrylglasplatte auf der Schablone und beides auf einer Unterlage, die den Bohrer verträgt (bohrt also bitte nicht direkt in den ungeschützten Tisch!).
Alles gut mit Schraubzwingen oder Klammern sichern (die Platte darf sich beim Bohren absolut nicht bewegen, sowohl um Risse im Acrylglas zu vermeiden, als auch aus Sicherheitsgründen).
Ab hier benutzen wir den Bohrer mit dem erwähnten Bohraufsatz und lassen ihn auf MINIMALER Geschwindigkeit laufen.
Wir bohren gerade so weit an, wie unbedingt nötig, um die Löcher zu markieren. So beschädigen wir die Schablone nicht und können sie öfter verwenden (falls wir sie noch mal brauchen, ansonsten ist es auch egal).
Danach entfernen wir die Schablone, spannen alles wieder genauso ein wie zuvor (nur ohne Schablone) und bohren die Löcher fertig.
Je langsamer, desto besser.
Wenn man merkt, dass der Bohrer zu heiß wird, kann man Vaseline (normale oder auch genutzte) verwenden, um den Bohrer gut zu schmieren und zu kühlen.
Sobald die Löcher fertig sind, müsst ihr nur noch die Schrauben montieren und das war's.
Garantiert einfacher aufzubauen als ein IKEA-Regal! 🤣
Und fertig!!!!
Schon habt ihr eure eigene Kartenpresse.
Wenn ihr die Lebensdauer eurer Decks verlängern wollt – besonders bei Sondereditionen –, empfehle ich euch, euch (mindestens) so ein Teil zuzulegen.
Ansonsten freue ich mich wie immer, meine Ideen mit der Community zu teilen.
EXTRA
Das ist völlig optional und nicht zwingend notwendig, sorgt aber für ein saubereres Finish.
NOCHMALS: Sowohl die Verwendung der Schraubensicherung (ein SEHR GIFTIGES Produkt) als auch das Multifunktionswerkzeug können Gefahren bergen. Wenn du noch minderjährig bist, BITTE EINEN ERWACHSENEN UM AUFSICHT!!!.
Ich wollte für alle Bastler und Tüftler (so wie mich) noch hinzufügen, dass wir dem Ganzen einen „professionelleren“ Touch geben können, sodass es genauso gut (oder sogar besser) aussieht als jede gekaufte Kartenpresse.
Als Erstes geht es um die festen Muttern.
Wir sollten ein eventuelles Lockern der Muttern verhindern. Neben den bereits angebrachten Unterlegscheiben (die ja ohnehin diese Funktion erfüllen), wäre es ideal, zusätzlich eine Schraubensicherung zu verwenden.
Wie ihr sehen könnt, ist die Schraubensicherung kein Markenprodukt, aber das muss sie auch gar nicht sein.
Er funktioniert einwandfrei, solange man ihn richtig anwendet und die Trocknungszeiten einhält (24 Stunden) :slight_smile:.
Der nächste Schritt wäre das Abrunden der Ecken.
So habe ich es gemacht, aber besser wäre es, DIES ZUERST ZU TUN und erst danach die Schrauben zu fixieren.
Um die Ecken abzurunden, nutzen wir eine Schablone. In meinem Fall habe ich mir eine Schablone aus einem Kartenrest und mit dem Eckenrunder gebastelt.
Ich habe sie passgenau an der Platte ausgerichtet und festgespannt...
Und mit einem Permanentmarker habe ich dann die überstehende Ecke markiert.
Diesen Vorgang wiederholen wir an allen Ecken auf beiden Seiten jeder Platte (insgesamt etwa 16 Mal).
Jetzt müssen wir nur noch das Multifunktionswerkzeug benutzen, um die Ecken abzuschleifen.
Tragt dabei unbedingt Schutzkleidung – also Schutzbrille und Atemschutzmaske.
Mit etwas Vorsicht sieht das Ganze dann etwa so aus.
Und so...
Als letzten Schliff (eher aus optischen Gründen) habe ich noch Gummikappen auf die Schraubenköpfe gesetzt.
Am Ende kam das hier dabei heraus:
Ehrlich gesagt sieht es richtig professionell aus. Ich bin mir sicher, dass ich sie nicht verkaufen werde (ich habe insgesamt 5 Stück gebaut und eine meinem Zauberkollegen geschenkt), aber falls ich sie verkaufen würde... 😂 😂 😂... wären sie garantiert nicht billig.
Wie immer, liebe Grüße an alle und gut Trick!!!
Hallo zusammen, hier zeige ich euch meine Kartenpresse. Ich habe sie aus Holz gebaut, genauer gesagt aus einer Fußbodendiele.
Hallo @Zeta, toller Beitrag von dir! Ich steuere mal ein paar eigene Erfahrungen bei.
Obwohl ich anfangs eine Kartenpresse benutzt habe, um alten Decks neues Leben einzuhauchen, nutze ich sie heute ehrlich gesagt hauptsächlich zum Basteln von Kartengimmicks und ab und zu, um ein Deck wieder geradezubiegen.
Ich hatte Glück und hatte noch etwas Polycarbonat von alten Maschinenabdeckungen in der Werkstatt rumliegen. Hier ist ein Foto von der fertigen Presse:
Bei mir hat sich gezeigt, dass vier Schrauben, Flügelmuttern und Federn (damit Druck da ist und sich die Muttern nicht lockern) völlig ausreichen – mir ist beim Benutzen noch nie eine aufgegangen. Das Polycarbonat biegt sich zwar leicht durch, erzeugt aber genug Druck.
Wer eine günstigere Variante sucht, kann auch einfach zwei Holzbrettchen und ein paar Schraubzwingen nehmen, die hat bestimmt fast jeder zu Hause. Die Version mit Schraube, Flügelmutter und Feder ist aber definitiv die beste Lösung.
Sowas in der Art funktioniert super:
Und genau diese Woche sind sie im Lidl im Angebot.
Ein kleiner Trick beim Einlegen eines Decks in die Presse: Wickelt es vorher in Papier ein, da die Karten sonst leicht verrutschen. Hier ist ein Foto, um zu zeigen, was ich meine:
So verrutschen die Karten beim Zuschrauben nicht und das Ganze lässt sich etwas leichter festziehen.
Dieses Problem hat mich dazu gebracht, nach einer Lösung zu suchen. Also habe ich ein Teil entworfen und 3D-gedruckt, das die Karten in Position hält, ein Verrutschen verhindert und ein besseres Festziehen ermöglicht:
Dieses Teil funktioniert zusammen mit ein paar Schraubzwingen auch super, um die Karten zusammenzupressen. Das Ganze sieht dann etwa so aus.
Weil das so gut geklappt hat, habe ich mir schließlich eine Blumenpresse besorgt, die ein sehr guter Freund von mir entworfen hat, und sie auf dem 3D-Drucker ausgedruckt:
Das war zwar eher eine Spielerei, aber ich muss zugeben: Die Decks und Gimmicks werden damit absolut genial.
Falls sie jemand herunterladen und selbst ausdrucken möchte, findet ihr sie auf Printables über den Link unten. Aber stellt euch auf mindestens ein halbes Kilo Filament (wenn nicht mehr) und über 30 Stunden Druckzeit ein. Der Zusammenbau danach ist kinderleicht, aber eure Drucker müssen gut kalibriert sein, damit die Gewinde reibungslos laufen.
Blumenpresse
Wenn ihr sie euch zieht, lasst Jorge gerne ein Like da – er hat die Presse entworfen. Wir überlegen gerade, gemeinsam eine spezielle Kartenpresse zu entwickeln, die beim Drucken weniger Zeit und Material frisst. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Das sind so meine Erfahrungen mit Pressen. Hoffe, das ist eine nützliche Ergänzung zu deinem genialen Tutorial!
Welche Maße sind für die Presse geeignet?
Carlos
Vielen Dank, dass du deine Kreationen hier zeigst und dir die Zeit nimmst, sie in dieser Community zu teilen.
In anderen Foren hattest du ja schon deine Kartenpresse und jede Menge andere Sachen gezeigt, aber das hier ist das Forum mit der größten Reichweite.
Nochmals vielen Dank, dass du deine Kreativität mit uns teilst, und herzliche Grüße aus Mexiko!
Richtig genialer Beitrag @cdiaz, ich feiere das total!!!!! Perfekt als Ergänzung für das Tutorial.
Das mit der Blumenpresse hat mich echt umgehauen!!! Das ist mal echtes Next-Level. ( 🥲, ich habe leider keinen 3D-Drucker 😢 😢)
Bei meinem Design habe ich den Fokus eher auf ganze Decks gelegt (ich habe ein paar Muttern verbaut, wodurch man einzelne Karten gar nicht erst pressen kann).
Für einzelne Karten und Gimmicks – wie du ja schon richtig meintest, dass man das machen kann – nehme ich einfach Holzbrettchen, Klemmen an den Enden und ordentlich Gewicht obendrauf.
Und die Karten natürlich zwischen zwei Blätter Papier, damit nichts verrutscht, wie du auch schon erwähnt hast.
Nochmal danke für deinen genialen Input!!!
Bei solchen Tutorials macht es richtig Spaß! Das muss man direkt mal ausprobieren, um dem einen oder anderen Deck wieder Leben einzuhauchen, das eigentlich schon förmlich nach Austausch schreit. Wobei wir ja alle wissen: Wenn man erst mal ein Deck hat, das man liebt und das perfekt eingespielt ist, gibt man das selbst gegen Bezahlung nicht her, hahahahahahahahaha
Ich habe mich mal in anderen Foren, Videos, Fotos usw. umgehört und gesehen, dass viele Folgendes machen:
1. Die Karten mit einem leicht feuchten Wattebausch abwischen, und zwar alle Vorder- und Rückseiten.
2. Trocknen lassen.
3. Für ca. 24 bis 48 Stunden in eine Kartenpresse legen.
4. Mit einem Make-up-Pinsel eine dünne Schicht Talkumpuder auf Vorder- und Rückseite auftragen.
5. Ein paar Stunden ruhen lassen, danach sollen sie angeblich wieder wie neu sein.
Kennt jemand von euch diese Methode?
Vielen Dank, José Luis, für deinen neuen und großartigen Beitrag.
Und ganz besonders für die Zeit, die du dir genommen hast, um diese detaillierte Präsentation zu erstellen, damit wir alle unsere eigenen Kartenpressen bauen können.
Glückwunsch und eine feste Umarmung
Alssssso, die Sachen packen wir direkt mal zu den Favoriten, das ist mega interessant 😊
Tausend Dank @Zeta 🫂🫂🫂
@Banton:
Nur weil du fester anziehen kannst, heißt das noch lange nicht, dass du es auch tun musst 🤣 🤣
Wenn es schon ordentlich gepresst ist (bevor es anfängt, sich irreparabel zu verbiegen), solltest du einfach aufhören 😅, junger Padawan 😂
@Francisco Sotelo:
Wow Boky, ich liebe deine Förmlichkeit in diesem Forum 😂 😂 😂 😂
Nur Fremde und meine Familie nennen mich beim Namen.
@Francisco Sotelo:
Ja, sie ist echt sperrig, weil es einfach zu viele Muttern sind, und das Ab- und Aufbauen ist ein bisschen mühsam.
Aber mein Ziel war es einerseits, die Modelle aus dem Handel nachzubauen (was absolut auf den Punkt ist) und sie andererseits zu verbessern (daher die 8 Druckpunkte statt der 6, wie bei denen, die ich im Handel gesehen habe).
Die Presse ist AUSSCHLIESSLICH FÜR GANZE DECKS gedacht, da mein Entwurf feste Muttern auf einer der Platten hat, was verhindert, dass die beiden Platten für das Pressen von einzelnen Karten ganz zusammenkommen.
Wenn man diese Muttern weglässt, würde sie auch für einzelne Karten funktionieren.
Der Trick bei dieser Presse ist, sie wie folgt festzuziehen:
1, 2, 3 und 4, das wiederholen wir, bis wir an allen vier Punkten Spannung spüren.
Sobald wir merken, dass sich die Platte durchbiegt, ziehen wir 5 und 6 an, um diese Wölbung auszugleichen, und machen mit 1, 2, 3, 4, 5 und 6 weiter.
Und das so lange, bis wir sehen, dass sich die Biegung nun auf der kurzen Seite bildet und wir (das sieht man beim genauen Hinschauen) die 7 und 8 in die Reihenfolge aufnehmen müssen.
Diejenigen, die kontinuierlich und bis zum Schluss am stärksten angezogen werden, sind die 1, 2, 3 und 4.
5 und 6 werden als Nächstes am häufigsten genutzt, um die Biegung auf der langen Seite zu regulieren.
7 und 8 dienen dazu, die Biegung auf der kurzen Seite auszugleichen. Sie werden fast am seltensten benutzt und kommen ganz zum Schluss dran.
Wenn man es so macht, kann ich euch versichern, dass der Druck überall absolut gleichmäßig verteilt wird.
Um die Karten zusammenzuhalten, damit sie beim Pressen nicht verrutschen, kann man neben einer Papierbanderole auch Frischhaltefolie verwenden (wobei man Falten zwischen der Presse und den Karten vermeiden sollte) oder sich eine Schaumstoffform basteln, in die das Deck genau hineinpasst, damit nichts verrutscht.
Beste Grüße und Gut Kunst!!!
Die Idee mit dem Schaumstoff gefällt mir echt gut. Ich werde wahrscheinlich mal testweise eine aus TPU/TPE mit dem 3D-Drucker entwerfen und drucken, obwohl die Box aus Hartplastik, die ich gebaut habe, schon super funktioniert.
Aber die Idee merke ich mir definitiv für andere Sachen, die ich noch im Kopf habe. Ich werde sie dann hier mal zeigen.