Was mache ich, wenn sie mich beim Kontrollieren einer Karte ums Mischen bitten?
Was mache ich, wenn ich gerade die Zuschauerkarte kontrolliere und sie mich bitten, die Karten mischen zu lassen? Ich kann sie natürlich nicht mischen lassen, aber wenn ich einfach „Nein“ sage, wirkt das sofort verdächtig. Ich habe schon über andere Sleights nachgedacht, aber bei diesem speziellen Trick funktionieren weder eine Schlüsselkarte noch ein Forcierung oder andere technische Hilfsmittel. Vielen Dank für eure Hilfe!
Keine Sorge, das ist etwas, das uns alle schon mal beschäftigt hat. Mit der Zeit, der Erfahrung und dem Beobachten anderer Magier habe ich gelernt, dass niemand davor gefeit ist und dass es verschiedene Wege gibt, dieses Problem anzugehen.
Erstens: Verhindern, dass es überhaupt passiert. Dafür kannst du einiges tun. Wie schon erwähnt wurde, ist ein Einstieg mit einem selbsttätigen Trick (Self-Worker), der Vertrauen schafft oder vorwitzige Zuschauer bremst, eine Option. Andere Möglichkeiten, die super funktionieren, sind zum Beispiel ein Impromptu-Trick, bei dem du das Deck vorher ausgiebig mischen lassen kannst. Oder sogar schon vor und während des Tricks darauf zu bestehen, dass sie immer weiter mischen (und sei es nur teilweise), und sie ständig daran zu erinnern. Ein kleiner Gag passt da auch gut, so was wie: „Lasst uns einen neuen Verein der Kartenmischer gründen“ oder so ähnlich. Später, wenn es dir in den Kram passt, kannst du das erwähnen, und die Leute werden das Gefühl haben, dass bis zum Abwinken gemischt wurde. Wenn sie erst mal müde vom Mischen sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie dich später noch mal darum bitten, gegen null. Manchmal erlebst du sogar, dass du ihnen das Deck zum Mischen anbietest und sie abwinken und meinen, es passt schon. Eine andere Option is, mit einem Trick zu beginnen, bei dem du sie mischen lässt, aber ein kleines Setup on Top behältst. Dafür gibt es sehr subtile Techniken, und selbst wenn die Zuschauer wie wild mischen, kommst du zum selben Ergebnis. Wenn du dann später zu einem Trick kommst, bei dem du eine Karte kontrollieren musst, wird dich keiner mehr bitten zu mischen, einfach um nicht nervig zu sein. Andere, sagen wir mal „Pre“-Optionen wären: mischen lassen und dann ein Deck-Switch. Oder du bringst bei einem Effekt mit zwei Decks ein zweites Deck ins Spiel, das zwar nicht gemischt wird, sich aber ähnlich anfühlt. Die Leute haben einfach keine Lust mehr zu mischen und fragen aus Höflichkeit nicht mehr danach.
Ein weiterer guter Ansatz ist, es gar nicht erst dazu kommen zu lassen. Wenn du einen Trick machst, bei dem der Vortrag nicht unterbrochen wird, um eine Karte wählen und zurückstecken zu lassen, sondern diese Handlung komplett in die Präsentation integriert ist, wird das Ganze so natürlich ablaufen, dass dich niemand unterbricht, um nach einem Mischen zu fragen. Sollte es doch passieren, gibt es zwei hervorragende Optionen. Ich habe das selbst schon bei Meistern wie Tamariz oder Matas gesehen. Gib das Deck einfach ganz natürlich zum Mischen rüber, mit einem lockeren „Ja, klar, natürlich!“ oder einem Gag wie: „Genau das stand als Nächstes an, woher wusstest du das? Bist du etwa auch Zauberer?“. Du reichst ihnen das Deck und sagst ihnen selbstbewusst, sie sollen ihre Karte bloß nicht vergessen, weil sie später noch extrem wichtig wird. Und dann machst du einfach mit einem anderen Trick weiter – Problem gelöst. Später bittest du sie, die Karte zu nennen, weil jetzt der Moment gekommen ist, und machst einen Trick mit genau dieser Karte. So was wie: „Jetzt ist der große Moment, elitäre Moment deiner Karte. Welche war es noch mal?“. Du nimmst sie offen aus dem Spiel und machst einen Sandwich- oder Cazadoras-Trick, und die Sache ist geritzt. Niemand weiß schließlich, was du eigentlich mit dieser Karte vorhattest, und kein Mensch wird vermuten, dass du sie nicht kontrollieren konntest. Du kannst auch direkt zu dieser Option übergehen, statt es auf später zu verschieben. Wenn du so was sagst wie: „Es geht gar nicht um deine Karte, das hätte jede beliebige sein können. Sag sie mir ruhig, kein Problem, ich kann sie sowieso herausfinden. Viel wichtiger ist, wozu die Könige fähig sind...“ (und dann machst du zum Beispiel mit einem Cazadoras-Trick weiter). Solche plötzlichen Kurswechsel haben viele Magier im Repertoire, und sie funktionieren in solchen Situationen einfach am besten. Besser als ein Palm oder sonst irgendwas. Ein Palm, der nicht im Ablauf gecovert ist, ist wie ein Tanz auf dem Drahtseil ohne Netz. Wenn er gesehen wird – und bei einer isolierten Technik ist das Risiko verdammt hoch –, ist die Vorführung gelaufen. Das Publikum schaltet sofort in den Misstrauensmodus. Aber niemand außer dir weiß, was du mit der gewählten und zurückgesteckten Karte tun wolltest. Du kannst einfach den Kurs ändern, die Sache herunterspielen und mit einer Show voller Magie weitermachen.
Ich habe das Gefühl, du bist noch ein ziemlicher Anfänger. Ich sage das, weil ich mir diese Frage anfangs auch gestellt habe. Schau, das Palmieren ist keine einfache Technik, und du versaust es dir nur noch mehr, wenn man dich dabei erwischt.
Wenn du vermutest, dass du schwierige Zuschauer im Publikum hast, kannst du die Session mit ein paar Selbstgängern oder einem Trickdeck starten, damit sich die Zuschauer entspannen und du an Sicherheit gewinnst.
Ich zaubere eigentlich schon seit einigen Jahren, habe mir diese Frage aber noch nie gestellt. Ich schätze schon, es ist wohl am besten, mit einem automatischen Opener anzufangen.
Vielen Dank!!! 😁
Hi @Anonimous_zombie
Wenn du die Zuschauerkarte selbst kontrollierst, ist eigentlich schon alles erledigt. 😊
Zum Beispiel (die einfachste Variante):
Kontrolle nach Top oder Bottom, Palmieren (bring die Karte einfach dorthin, wo du sie haben willst), Deck aus der Hand geben, sie können mischen, so viel sie wollen und wenn sie es dir zurückgeben, platzierst du die Karte einfach wieder.
Und das war's schon, mehr ist nicht dabei. 😉
Viele Grüße und gut Trick!!!
Vielen Dank 🙏! Ich hoffe, ich kann das bald in die Praxis umsetzen!