Karten-Palming

Kann mir jemand erklären, wie man ein Palming von der Unterseite des Decks macht? Ich brauche das für einen meiner Effekte. Ich habe schon überall gesucht, aber leider nichts gefunden – wäre super, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

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Ricardo· Nov 28

Hi. Schau dir mal dieses Video an, vielleicht hilft dir das weiter.

Viele Grüße

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Ich befürchte, dieses Video ist das beste Beispiel dafür, dass man bei den Quellen, die man zum Lernen auf YouTube findet, extrem vorsichtig sein muss.

Der Typ im Video macht nämlich so ziemlich jeden Fehler, den man beim Palmieren von Karten überhaupt nur machen kann.

In Vicente Canutos „Cartomagia Fundamental“ findest du verschiedene Methoden, um Karten von unten zu palmieren. Eine davon ist das direkte Palmieren in zwei Phasen, was wirklich sehr einfach ist.

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Ein Beispiel dazu:

Auch nach 9 Jahren finde ich meine Palming-Technik noch immer nicht perfekt, und doch funktioniert sie, weil ich an der Atmosphäre arbeite und das Timing zwischen Entspannung, Talk (Misdirection) und dem eigentlichen Palm perfekt abstimme.

Ich glaube, es geht darum, den Palm im genau richtigen Moment anzubringen – und wenn man diesen Moment selbst erzeugen kann, umso besser.

Was mir am Anfang bei Palms am schwersten fiel, war dieses Gefühl zu überwinden, aufgeflogen zu sein (obwohl das gar nicht der Fall war).

Die Leute warten darauf, dass du weitermachst, und du selbst denkst nur: Ah, hat wohl geklappt.

Es hat gedauert, bis ich das Selbstvertrauen hatte, dieses Gefühl abzuschütteln, denn genau das ist es, was einen oft erst verrät.

Wie ich immer sage: Was die Technik angeht, heißt es üben, üben, üben und es an die eigenen Hände anpassen.

Aber die Psychologie und die Fähigkeit, sich zu entspannen – vor allem in dem Moment, in dem man die „Arbeit“ macht –, ist für mich das Wichtigste. Das ist es, was mich für andere als „Zauberer“ wahrnehmbar macht (denn ich sage es nochmal: Ich zeige Tricks vor der Familie und ab und zu Magie bei Leuten, die ich spontan auf der Straße oder in einer Bar treffe. Ich bezeichne mich selbst nicht als Zauberer, weil es nicht mein Beruf ist).



Andererseits nutze ich in meinem Fall auch Tool, Zenith und Unhanded (neben anderen Systemen), die wirklich saubere „Palms“ ermöglichen (die Hände wirken immer leer) und bereit für eine Produktion sind (je nach Gimmick), egal wo.

Und auch wenn es Gimmicks sind, steht fest, dass sie jede Handfertigkeit eines jeden Magiers übertreffen.

Ehrlich gesagt (das ist zumindest meine Meinung), muss man technisch gar nicht so brillant sein; wichtiger ist das schauspielerische Können, um ein wirklich guter Zauberer zu sein.

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Ich finde, manche Dinge sind einfach nicht diskutabel. Das Tutorial für den Palm, das hier gepostet wurde, taugt nichts. Es vermittelt die Technik nicht korrekt. Das ist rein objektiv betrachtet so.

Es ist ja schön und gut, dass dies eine Kunstform ist und es in der Kunst keine Regeln gibt, aber das ist eine rein subjektive Sichtweise. In jeder Kunst gibt es objektive Grundregeln. Wenn du nicht schreiben kannst, solltest du erst das lernen, bevor du dich an einen Roman wagst.

Und das gilt erst recht für die Zauberkunst, wo das Geheimnis das Fundament von allem ist.

Das „bei mir funktioniert es so“ ist die Antwort, die mich in unserer Kunst am meisten aufregt. Meistens ist es die Reaktion auf einen gut gemeinten Rat, und da vergeht mir jegliche Lust, überhaupt noch zu helfen.

Gabi sagte immer, dass Magie keine Souvenirs verteilen darf. Man kann nicht erwarten, dass man es bei einigen schafft und bei anderen nicht. Für ihn mussten Techniken immer perfekt sitzen und vor jedem Publikum funktionieren, sonst sind sie wertlos. Ich bin schon lange dabei und habe mich bei manchen Sleights erst nach extrem langem Üben getraut, sie vorzuführen – und selbst dann mache ich noch Fehler.

Natürlich meine ich damit nicht, dass man in eine Paralyse verfallen soll; dafür trainieren wir ja vor Freunden oder Kollegen. Aber Mittelmäßigkeit zu propagieren, bringt uns in dieser Kunst nicht weiter.

Und es ist mir egal, ob das ein Profi oder ein Laie macht. Wobei, wenn du Geld dafür nimmst, dann streng dich gefälligst auch an. Aber wenn unser Ziel darin besteht, so zu werden wie der Profi, der es schlecht macht, dann ist das ein ziemlich armes Ziel.

Außerdem glaube ich, dass das oft nur die Eitelkeit des Zauberers befriedigt. Wir opfern eine saubere Ausführung, die dem Zuschauer das beste Erlebnis bieten würde, nur für die persönliche Befriedigung, diesen „coolen“ Effekt zu zeigen. Es wäre mal gut, Ascanio am Ende seiner „Zerrissenen Karte“ zu lesen, wo er genau die kritisiert, die den Effekt vorführen wollen, ohne ihn richtig geübt zu haben.

Wie dem auch sei, natürlich waren @maximiliano und ich sehr kritisch, aber wenn schon ein Spanischer Meister so kritisch urteilt, sollte man sich vielleicht mal fragen, warum das so ist.

Und mal im Ernst: Wenn jemand eine Frage stellt, eine schlechte Antwort bekommt und ein Experte sagt: „So ist es falsch, schau lieber in Quelle X nach“, dann ist die logische Reaktion doch nicht: „Ja, mach ruhig weiter so schlecht, bei mir hat es ja auch irgendwie geklappt.“ So hat der Experte beim nächsten Mal null Motivation, überhaupt noch sein Wissen zu teilen.

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Ich glaube, ihr seid da ein kleines bisschen zu kritisch 😅

Ich schlage vor, das Ganze pragmatischer zu sehen: Seine "übertriebene Ausführung" soll dem Zuschauer wahrscheinlich nur helfen, die Technik besser zu verstehen.

Nicht jeder, der etwas beherrscht, kann es auch gut erklären.

Selbst wenn man es erklären kann, wird man manchmal nervös (was hier wohl der Fall ist).

@maximiliano:

Da der Typ im Video ja praktisch jeden Fehler macht, den man beim Palmen von Karten so machen kann.

Aber sieh es mal so... 😊

Einerseits hilft es uns, die Technik kennenzulernen, und andererseits wissen wir so, wie man es eben nicht machen sollte.

Man lernt so oder so was daraus.

@maximiliano:

In Vicente Canutos "Cartomagia Fundamental" gibt es verschiedene Methoden, um Karten von unten zu palmen. Eine davon, der direkte Bottom Palm in zwei Schritten, ist extrem einfach.

👍

@link22:

Wie der die Karten zusammenrafft! Brutal.

Ich habe schon Profi-Zauberer gesehen (die für ihre Auftritte bezahlt werden), die grottenschlecht palmen, ABER mit einer so guten Misdirection, dass sie sich nie die Mühe gemacht haben, ihr Palmieren zu verbessern. Sie brauchen es einfach nicht, weil man ihnen im Leben NICHT auf die Hände schaut, wenn sie es tun.

In solchen Fällen triumphiert die Psychologie über die Technik. (und darüber könnte man ewig diskutieren)

Auf der anderen Seite: Wenn du zu denen gehörst, die gerne alles direkt vorzeigen und zu viel präsentieren, ist eine saubere Palmage natürlich unverzichtbar.

Das ist eine Technik, die – wenn man sie richtig ausführt – extrem clean sein kann, sprich: absolut unsichtbar, selbst wenn der Zuschauer direkt hinsieht.

@link22:

Der YouTube-Kanal, der den Canuto bespricht, ist auch nicht gerade präzise.

Welcher von denen überhaupt??? 🤣

Ich persönlich (habe den Canuto bestimmt schon über zehnmal gelesen) und dachte eigentlich, ich wüsste schon alles. Und trotzdem gibt es immer wieder jemanden, der einen mit Details überrascht, die schon immer da waren, die man selbst aber nie beachtet oder geschätzt hat, bis man darauf hingewiesen wird. Genau das ist mir bei der Canuto-Analyse von Eduardo Coffman und Jovi passiert. Ich habe mir das die Tage bei der Arbeit angehört, und es hat bei mir neue Ideen zu Dingen geweckt, die ich eigentlich schon längst abgehakt hatte.

(eine andere sache ist natürlich, ob man den Erklärer sympathisch findet oder ob sein Erklärstil einem einfach zu zäh ist)

@link22:

Es ist viel besser, sich den Canuto zu kaufen – das ist ein Buch, das man tausendmal liest und wieder liest.

Mal ehrlich, wenn man Kartenmagie lernen will und dieses Buch nicht hat... ich weiß ja nicht, in welcher Welt du lebst.

Dieses Buch ist für die Zauberkunst (auf Spanisch) ein absoluter Meilenstein, quasi die erste echte "Bibel" (zumindest sehe ich das so, weil es für mich genau das war).

Wie dem auch sei, Bücher sind großartig, auch wenn ein gut erklärtes Video natürlich extrem hilft.

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Carlos Diaz· Dec 4

Meiner Meinung nach ist beim Lernen nicht einfach alles okay.

Um mal meinen Kumpel @DeZeta zu paraphrasieren – mit einem Satz, den er in der Telegram-Schülergruppe hinterlassen hat:

Wie Richard Turner sagt: Wenn du 30 Jahre lang mit Scheißbeispielen übst, wirst du auch eine Scheißerfahrung haben. Deswegen ist ein solides Fundament das A und O.

Ich will damit nicht sagen, dass der Typ im Video das nicht in bester Absicht hochgeladen hat, um das Gelernte weiterzugeben. Aber man muss extrem wählerisch sein, wenn man von anderen lernt, und darf sich nicht mit dem Erstbesten zufriedengeben.

Wenn du dann in Zukunft irgendwann mal etwas richtig lernen willst, musst du das bereits Gelernte erst mal wieder "verlernen" (es lebe NLP!) – und das ist weitaus komplizierter, als es aussieht. Deshalb ist es so extrem wichtig, genau auszuwählen, woher man seine Sachen hat und wie man sie lernt.

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Ich fürchte, da muss ich dir ganz entschieden widersprechen.

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Hallo zusammen:

Ich glaube, ihr habt hier Dinge angesprochen, die sich nicht zwangsläufig ausschließen. Wenn man hier Kritik übt, geht es meiner Meinung nach weniger um Dogmatismus, sondern darum, helfen zu wollen, damit derjenige von Anfang an den richtigen Weg beim Lernen einschlägt. Und selbst wenn es aus Dogmatismus geschieht, führt es letztlich zu einer sauberen Technik – einer Methode, die sich über Jahrzehnte hinweg durch die Hände der besten Meister entwickelt hat.

Meiner Meinung nach teilt @ricardorg2283 da ein Video, das man lieber nicht teilen sollte, weil man sich die Technik versaut, wenn man sie auf diesem Weg lernt. Auch wenn der User es gut meint, ist das Ergebnis am Ende nicht das Gelbe vom Ei. In dieser Hinsicht sollte man seitens der Moderation vielleicht eine 'Qualitätsrichtlinie' anwenden und so einen Kommentar löschen (oder zumindest den Link editieren und erklären, warum er entfernt wurde). Ich möchte den Moderatoren keine zusätzliche Arbeit aufbürden, aber vielleicht wäre eine Linksammlung zu sauber erklärten Griffen eine gute Idee. Wenn dann jemand danach fragt, wird er einfach auf den Thread verwiesen, in dem diese Technik im Detail erklärt wird. Dieser Thread könnte sowohl kostenpflichtige als auch kostenlose Links enthalten – mit dem Hinweis, dass das Geld absolut sinnvoll investiert ist und es zum guten Ton gehört, ab und zu mal für ein Abo zu bezahlen. Denn wenn ein Video kostenlos ist, liegt das meistens entweder daran, dass es von einer Privatperson hochgeladen wurde (mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die beste Erklärung), oder – falls es von einem Profi oder Semi-Profi kostenlos bereitgestellt wird – weil er es anderweitig monetarisiert, sei es durch Klicks oder weil er einen Zaubershop betreibt etc.

Und dann gibt es da noch das Thema mit den Büchern: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, ein Video mehr als tausend Bilder und ein Lehrer mehr als tausend Videos. Wenn ich die Erklärung zu „Ases con Amor“ im zweiten Band von Ascanio lese, fällt mir das Entziffern schwerer als Champollion beim Stein von Rosetta. Das ist manchmal eine extrem hohe Hürde, besonders für uns Linkshänder, weil wir ständig spiegelverkehrt üben müssen. Und selbst beim Canuto passiert mir das schon bei weitaus einfacheren Beispielen.

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Viel zu viel um den heißen Brei herumgeredet und Dinge erklärt, nach denen keiner gefragt hat 🙃 (aber absolut nichts zu der eigentlichen Frage erklärt 🙄).

A) Ich habe nie behauptet, dass das Video perfekt ist. Nur, dass man das auch ein bisschen freundlicher sagen kann.

B) Wenn ihr einfach ein Video übers Palmieren teilt, das ihr für brauchbar haltet, wäre die Sache doch schon erledigt, oder? :slight_smile:

Egal wie gut du in deinem Fach bist, du musst nicht zwangsläufig ein guter Lehrer sein (da gibt es solche und solche).

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Ein Typ fragt nach dem Untenpalmieren.

Ihm wird ein Video empfohlen.

Ich merke an, dass man da vorsichtig sein muss, weil die Person im Video weder das Wissen, die Praxis noch die Erfahrung hat, um das vernünftig beizubringen. Und das führt dann dazu, dass man es sich falsch aneignet, mit all den Problemen, die das für die Zukunft mit sich bringt.

Ich empfehle ihm, im Cartomagia Fundamental nachzuschlagen. Dort findet er genau das, was er sucht.

So oft ich meinen Kommentar auch lese und wiederlese, ich sehe ehrlich gesagt nicht, wo das "unhöflich" oder "eine Spur zu kritisch" sein soll.

Ich bin da ehrlich gesagt ziemlich ratlos.

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Ricardo· Dec 3

@Zeta:

Ich habe schon Profis gesehen (die von ihrer Zauberkunst leben), die wirklich unterirdische Palmings zeigen, ABER mit einer so starken Misdirection, dass sie sich nie bemüht haben, ihr Palming zu verbessern – sie brauchen es schlichtweg nicht, weil du einfach NIEMALS auf ihre Hände achtest, wenn sie es tun.

Ich habe sie bei „Got Talent“ gesehen, wie sie die Karten „direkt vor den Augen der Jury“ palmierten, ohne dass es jemand merkte. Und selbst wenn die Kamera es einfängt, merkt man es oft erst beim zweiten oder dritten Mal Ansehen... Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Misdirection das A und O ist.

Viele Grüße

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Ricardo· Dec 3

Fazit:

Wir lesen das Buch und ergänzen es mit den Videos (so mache ich das jedenfalls 😉)

Magische Grüße

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@ricardorg2283:

Wir lesen das Buch und nutzen die Videos als Ergänzung (so mach ich das jedenfalls 😉)

👍

Überleg mal: Die beiden sind eng befreundet (besonders Jovi) mit Vicente Canuto und machen diese Videos mit seinem Segen.

Eine bessere Ergänzung (gratis) gibt es wohl kaum, erst recht aus Sicht des Autors – dem heiligen Canuto.

(Mal abgesehen von Kursen, die auf dem Buch basieren)

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Ricardo· Dec 3

Wow 😮, danke für den Hinweis! Wenn ich den Namen Vicente Canuto lese, fällt mir direkt ein YouTube-Kanal ein, der eine Art Kurs basierend auf diesem Buch anbietet. Dort werden die Kunststücke und die Technik genau erklärt. Ich glaube, er heißt „aprender magia en 7 minutos“ (Na ja, die 7 Minuten beziehen sich meist nur auf die Dauer der Videos – um die Technik wirklich zu beherrschen, muss man natürlich ein paar Stunden mehr investieren, hehe).

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