Wann wird man eigentlich zum Zauberkünstler?
Eine Frage: Ab wann ist man eigentlich ein echter Zauberkünstler – egal ob Amateur oder Profi? Denn es ist ja ein Unterschied, ob man nur den Trick mit dem abnehmbaren Daumen zeigt oder ob man komplexere Routinen mit Karten oder Gimmicks vorführt. Ich bin mir unsicher, ob ich mich schon so nennen darf oder nicht.
Hat das eher mit der Wirkung auf das Publikum zu tun oder mit dem Schwierigkeitsgrad der Effekte? Danke!
Hallo @Andreuchi,
Im Grunde hängt das von mehreren Faktoren ab.
Es ist klar: Wenn du deine Abgaben zahlst, als Zauberer arbeitest (und vor allem Gagen kassierst), bist du schon Zauberer 😄.
Aber wenn du gerade erst anfängst, wirst du es aus meiner Sicht erst in dem Moment, in dem die Leute dich einen Zauberer nennen und dich so ansprechen.
Im Grunde entscheidet das Publikum, dass du ein Zauberer bist, und bestätigt dich als solchen.
Wenn du zu Hause viel vor dem Spiegel zauberst, aber nie den Schritt machst, für "echte Menschen" zu zaubern, würde ich nicht sagen, dass man schon ein Zauberer ist.
Du bist Zauberer, wenn du zauberst, Zuschauer da sind, die deine Arbeit und dein Tun bewundern, und du es schaffst, sie zu verblüffen. In diesem Moment verleiht dir dein Publikum den "Titel" des Zauberers.
Oder so sehe ich das zumindest, 🙂.
Viele Grüße und gut Trick!!!
Genau das, was Herr Zeta sagt. Wenn erst die anderen dich Zauberer nennen.
Ich habe eigentlich immer ein Deck dabei und spiele oft auf der Straße beim Gehen damit herum... Manchmal fragten mich die Leute: „Bist du Zauberer?“ Und ich antwortete: „Ich zaubere ein bisschen“... aber ich habe mich selbst nie als Zauberer bezeichnet, ich mache das ja nicht beruflich. Ich liebe es einfach, Magie zu lernen, sie vorzuführen, sie zu studieren; und wenn mich Freunde beim Abendessen oder bei einem Drink fragen: „Zeigst du uns einen Trick?“, dann mache ich das natürlich liebend gern.
Da ich selbst Musik mache, ist das für mich vergleichbar mit jemandem, der zu Hause einfach nur aus Spaß an der Freude spielt, ohne die Absicht zu haben, irgendwo groß aufzutreten.
Vor ein paar Monaten habe ich eine private Zaubershow vor 30 Leuten gegeben. Ich habe das nicht mal als „Der Zauberer Rubén Carrera“ oder so angekündigt... es lief buchstäblich unter „magischer Abend“.
Meine Kumpels, die mich zum Spaß manchmal „Rubas“ nennen, meinten: „Wir gehen uns den Zauberer Rubas anschauen“... Und dabei blieb es dann auch für den Rest. Ich bezeichne mich selbst immer noch nicht als Zauberer. Es ist also wirklich so, wie Zeta sagt: Erst das Publikum macht dich zum Zauberer, ich selbst sehe mich einfach nur als Hobby-Zauberer.
@Zeta:
Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen!
Dem ist nichts hinzuzufügen, Euer Ehren.
Ich glaube, nach vielen Jahren (fast 30) habe ich endlich begriffen, dass ich jahrelang nur ein guter Trickser war. Klar, die Leute fanden meine Darbietungen super, aber mit der Zeit vergaßen sie die Präsentation und sagten nur noch: „Da kamen die Asse nach oben … bla bla, keine Ahnung wie“, obwohl sie mich bis heute Zauberer nennen. Erst als ich anfing, meine Routinen durch einen besseren Vortrag aufzuwerten – so dass mehr hängenblieb als nur der eigentliche Effekt –, erst da fühlte ich mich wirklich als Zauberkünstler. Das Publikum reagiert jetzt völlig anders: Sie sind nicht mehr so auf den Trick fixiert, sondern genießen vielmehr den Weg, der sie zum großen Finale führt. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.